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Auf welchen Schienen wird der Norden erschlossen?
15.01.2018

Eine neue Welle an Interesse einer Erschließung der Arktis und der Polarregionen - das ist bereits nichts Neues mehr. Die Experten diskutieren, wie man für das Vorgehen die Akzente setzt. Mancher kritisiert nach wie vor eine unwirtschaftliche Erschließung des Erdöls. Andere sagen, das wird sich in der Zukunft rentieren. Dritte sprechen von der Nordost-Passage. Eine vierte Gruppe diskutiert, wie realistisch der Ackerbau in der Tundra sein wird. Und jemand experimentiert bereits in weitere Richtungen. Bevor aber das alte Problem nicht gelöst ist, die Errichtung einer sicheren geländegängigen Verkehrsanbindung des arktischen Festlands und der Polarregionen, erscheint das alles nicht sehr aktuell. Darüber sprachen wir mit Kirill Baburin, dem Chef der Abteilung für adressierte Projekte bei der SAO "Strunnije Technologiji".

- Wie aktuell sind die von Ihrem Unternehmen SAO "Strunnije Technologiji" ausgearbeiteten Verkehrs-Lösungen von SkyWay für die Erschließung der nördlichen Gebiete?

- Unsere Technologien entsprechen gut diesen Bedingungen. Erstens ist unser Verkehr umweltfreundlich. Zweitens bieten wir ein sehr hohes Sicherheitsniveau. Das System ist 3 bis 5 Mal kostengünstiger als andere Systeme auf der Erde, 15 bis 20 Mal günstiger als Systeme auf Trägern. Wenn wir über ferne, schwer zugängliche Gelände sprechen, dann ist dies eine einzigartige Lösung. Es geht dabei nicht nur um die Beförderung von Menschen oder Fracht. Die SkyWay-Trassen kann man mit Signalleitungen, Stromkabeln u. ä. verbinden. Wir bauen nicht nur ein Verkehrssystem, sondern eine Infrastruktur nach neuer Logik. Irgendwann benutzte man vor allem das Telefon, heute dient das Smartphone nur zu 5 % dem Telefonieren. Das Übrige sind zusätzliche Dienstleistungen. Wir müssen an die Zukunft denken und darüber, wie man eine Transport-Infrastruktur für die Entwicklung der der Projekte nutzt und für die Erschließung der Territorien.

Die Modelle der Fahrzeuge des schienengebundenen Seil-Verkehrs im EcoTechnoPark im Minsker Gebiet.

- Ihre Fahrzeuge rollen oberhalb der Erde, auf Trägern. Aber die Polarregion ist sehr groß. Man muss sehr viele Träger errichten. Daneben gibt es Gelände, auf dem die Träger nur schwer zu errichten sind. Es gibt Besonderheiten des Geländes, die jede Träger-Aufstellung unmöglich machen.

- Ich verstehe, worauf Sie anspielen. Heute beträgt die maximale Spannweite zwischen zwei Trägern 3 Kilometer. Wir wollen diese Spannweite bis auf 7 Kilometer erweitern. Und die maximale Höhe hängt von den technischen Parametern ab. Wir demonstrieren unsere Lösungen im EcoTechnoPark bei Minsk, dort ist die Höhe geringer als unter realistischen Bedingen späteren Betriebs. Das hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen: Erstens, haben wir einen Test-Abschnitt, dessen Schienenstruktur für die Erprobungen leicht zugänglich sein soll; zweitens haben wir dort eine niedrige Trasse gebaut, damit die potentiellen Auftraggeber, die uns in großer Zahl besuchen, die Fahrzeuge besser in Augenschein nehmen können. Bei realistischen kommerziellen Projekten gehen wir von einer Höhe aus, die die Durchhängung berücksichtigt und den nötigen Sicherheitsabstand zum Boden.

Noch ein Vorteil. Unser Verkehrssystem kann große Gefälle überwinden: Bei der Eisenbahn ist das höchste Gefälle 9 %, bei unserer Technologie liegt es bis zu 58 %.

- Wie steht es mit der Vereisung der Schienenstruktur, mit den Schneestürmen? In Polarregionen muss man damit rechnen.

- Wir fürchten keine Schneewehen, denn unser Verkehr bewegt sich nicht auf der Erde, sondern darüber. Sprechen wir  über die Vereisung: Als unser erster Prototyp in den Jahren nach 2000 gebaut wurde, haben wir ihn gerade auf seine Standfestigkeit bei Vereisung geprüft. Das war in Russland auf dem Prüfgelände Osjory, wo das Fahrzeug auf der Basis des LKW SIL lief. Es gab starken Frost, wir begossen die Trasse mit Wasser. Es bildete sich eine Eisschicht von 5 Zentimeter. Man hat die Imitation eines Fahrzeugs auf Stahl-Rädern fahren lassen. es hat die Eisschicht zerbrochen. Jetzt haben wir Fahrzeuge einer anderen Generation, man verwendet dort Lösungen, dass das Eis nicht zersplittert und die Fahrt nicht behindert.

Eine Videopräsentation von SAO "Strunnije Technologiji"

- Wie angemessen ist Ihr Verkehrssystem für die Häfen im Norden?

- Für die Häfen nutzen wir besondere Lösungen, die wie unser ganzes Verkehrs-System optimal und kostengünstig sind. Dank neuer Logistik beschleunigen wir die Beladung der Schiffe und wir sparen Lagerraum.  Das geschieht unterschiedlich: Mit einem Fließband für loses Gut, zum Beispiel. Den Hafen selbst kann man auf das Wasser vor der Küste verlagern, ohne das Ufer-Gelände in Anspruch zu nehmen.

- Und wie geht es mit den Standard-Containern auf Ihren Trassen- Strukturen der zweiten Ebene?  Stürzen sie nicht ab? Braucht man dafür vielleicht einen neuen Standard?

- Nein. Wir projektieren mit üblichen Containern. Man braucht keine anderen zu entwickeln.

Die Fahrzeuge für die Passagiere unterscheiden sich natürlich von denen der Eisenbahn. Aber das logistische Schema ermöglicht alles um den Faktor 5 bis 7 preisgünstiger zu machen im Vergleich zur Eisenbahn. Der Yuni-Bus fasst zum Beispiel 14 Menschen. Vergleichsweise benötigt er 2,5 Liter Treibstoff auf 100 Km bei einer Geschwindigkeit von 100 Km/h. Heute braucht man für eine Fahrt in schwerzugänglichem Gelände ein Vielfaches davon.

Wassiliy Malaschenkov, sonar2050.org

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